Ketose gefährlich – für die meisten Menschen definitiv nicht

Ketose gefährlich

Wenn du dich ketogen ernährst und das deinem Umfeld mitteilst, wird dich der eine oder andere vielleicht entsetzt anschauen und behaupten, dass du damit sofort aufhören musst, weil Ketose gefährlich ist. Ich kann dir versichern, das ist es ganz und gar nicht, wenn du gesund bist. Für eine kleine Gruppe von Menschen kann Ketose aber lebensbedrohlich werden.

Ketose

Ketose beschreibt den Zustand, in dem dein Körper aus Fett Ketonkörper produziert, um damit seinen Energiebedarf zu decken. Das dafür verwendete Fett kommt aus deinen Fettpölsterchen oder aus deiner Nahrung.

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In der Leber werden aus diesem Fett Ketonkörper hergestellt. Grundlage für diesen Mechanismus ist die Abwesenheit von Zucker in deinem Stoffwechsel, denn wenn du Kohlenhydrate isst, wird dein Körper immer zuerst die als Energiequelle nutzen, da sie schnelle und leicht verfügbare Energie liefern.

Ohne Zucker produziert dein Körper aber Ketonkörper. Wenn die Konzentration an Ketonkörpern im Blut die Konzentration von 0,5 mmol/l erreicht, spricht man von Ketose.

Um die Ketose aufrecht zu erhalten, solltest du nicht mehr als 20-30g Kohlenhydrate pro Tag essen. Durch Sport, Fasten und den vollständigen Verzicht auf Kohlenhydrate, kannst du deine Ketose vertiefen, in den Bereich von ca. 1,5 – 4,0 mmol/l.

Um auf natürlichem Weg 4,0 mmol/l zu erreichen muss man sich schon relativ anstrengen, mit einer normalen ketogenen Ernährung ist das schon recht schwierig.

Die Erklärung dafür ist einfach:

Dein Körper möchte überleben. Das ist sein oberstes Ziel. Dazu passt er sich gerne an die äußeren Umstände an und sorgt für schwierige Zeiten vor, so dass er die auch überlebt.

Nehmen wir folgendes an:

Du ernährst dich ketogen, isst gar keine Kohlenhydrate, treibst intensiven Sport und nimmst sehr viel Fett zu dir, also steigt die Konzentration an Ketonkörpern in deinem Blut auf 4,0 mmol/l. Das heißt, es befindet sich sehr viel ungenutzte Energie in deinem Blutkreislauf.

Die möchte dein Körper natürlich nicht verschwenden, indem er sie einfach ausscheidet, nein, er möchte sie nutzen und konservieren.

Was tut er also? Er schüttet Insulin aus, um die Ketonkörper wieder als Fett einzulagern, für den nächsten harten Winter. Insulin, das Speicherhormon deines Körpers, senkt nun die Konzentration an Ketonköpern wieder.

Gesundheitliche Schäden verursacht das nicht. Der Zustand der Ketose ist normal, natürlich und sicherte das Überleben der Menschheit in grauer Vorzeit. Und wir kommen in diesem Zustand auf die Welt. Somit wäre geklärt, Ketose ist nicht gefährlich. Es sei denn, du leidest unter Typ-1 Diabetes.

Ketoazidose

Wenn du unter Typ-1 Diabetes leidest, kann dein Körper kein Insulin produzieren und die Konzentration an Ketonkörpern regulieren. Stattdessen steigt sie immer weiter auf weit über 5,0 -10 mmol/l.

Dein Körper übersäuert durch die hohe Konzentration an Ketonkörpern, er schüttet große Mengen an Stresshormonen aus (beispielsweise Kortisol), was zu einem stark erhöhten Blutzuckerspiegel führen kann (auch als Hyperglykämie bezeichent).

Es kommt zu einer Austrocknung des Körpers, zu einem Ungleichgewicht im Wasser- und Elektrolythaushalt.

ketose gefährlich

 

Symptome für eine Ketoazidose sind Wasserverlust, Durst, Erbrechen und ein Mundgeruch nach Aceton. Es können Bewusstseinsstörungen auftreten, bis hin zum Koma. Eine Ketoazidose ist lebensbedrohlich und muss sofort behandelt werden, meist mit Hilfe einer Infusion mit Insulin.

Aber auch Typ-1 Diabetiker können sich ketogen ernähren, wenn sie verantwortungsbewusst mit dem Risiko einer Ketoazidose umgehen können. Sie dürfen keine Insulininjektion auslassen und es darf zu keiner unentdeckten Störung der Insulinpumpe kommen.

Ketose gefährlich – Andere Risiken der Ketose

Für normale Menschen, deren körpereigene Insulinproduktion funktioniert, besteht das Risiko einer Ketoazidose nicht. Der Körper reguliert die Ketonkörperkonzentration von selbst runter, wenn sie zu hoch wird.

Cholesterin

Gesättigte Fette haben einen schlechten Ruf. Sie stehen im Verdacht Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu verursachen. Da eine ketogene Ernährung viele gesättigte Fettsäure enthält, wird gelegentlich behauptet, eine keto Diät würde den Cholesterinspiegel erhöhen und wäre in dieser Hinsicht ungesund.

Allerdings hat gesättigtes Fett tatsächlich viele gesundheitliche Vorteile: Es erhöht den HDL-Cholesterinspiegel, schützt die Leber vor freien Radikalen, stärkt das Immunsystem, liefert Energie für das Gehirn und es ist notwendig, damit essentielle, fettlösliche Vitamine (Vitamin E, D, K, A)  vom Körper aufgenommen werden können.

Zudem ist es einerseits problemlos möglich, eine keto Diät mit  viel ungesättigten Fetten, aus Fisch, Nüssen und Samen durchzuführen.

Andererseits ist Cholesterin ein wichtiger Baustoff für den Körper, der darum selbst hergestellt werden kann. Nur 25% des körpereigenen Cholesterins werden durch die Nahrung aufgenommen.

Ein erhöhter Cholesterinspiegel kann ausserdem durch einen dauerhaft erhöhten Blutzuckerspiegel verursacht werden. Eine Regulierung des Blutzuckerspiegels, durch eine ketogene Ernährung, bringt somit auch eine Senkung des Cholesterinspiegels mit sich.

In der Anfangsphase der ketogenen Diät kann es allerdings tatsächlich zu einem Anstieg des Cholesterinspiegels kommen.

Menschen die über einen längeren Zeitraum die ketogene Diät durchführen, berichten meist, dass sich ihr Cholesterinspiegel vermindert hat oder sich ein viel besseres Verhältnis von HDL zu LDL Cholesterin eingestellt hat.

Mangelernährung

Manche machen sich darüber hinaus Sorgen, dass Ketose gefährlich sei, da bei der ketogenen Diät so wenig Obst gegessen wird und es folglich zu einem Nährstoffmangel kommen könnte.

Allerdings war früher Obst, wie Orangen, Bananen und Äpfel, auch nicht das ganze Jahr über verfügbar und wir waren trotzdem gesund und nicht mangelernährt.

Dass es im Winter Erdbeeren, Bananen und anderes Obst gibt, ist ein moderner Luxus, da das Obst in wärmeren Regionen angebaut und dann zu uns geliefert werden kann. Gemüse, Fett, Fleisch, Nüsse und Eier, enthalten aber alle Nährstoffe die der Körper braucht.

Natürlich sollte auch bei der ketogenen Ernährung auf eine ausgewogene, möglichst naturbelassene Ernährung geachtet werden. Du kannst sehr gerne Eier mit Speck essen, oder eine keto Pizza.

Aber eben nicht nur. Integriere viel Gemüse in deinen Ernährungsplan, frischen Fisch, Fleisch, (Bio-) Eier, Avocados, Salat, Pilze, ab und an eine handvoll Beeren, verschiedene Fette (Kokosöl, Olivenöl, Butter, Leinsamenöl etc.) und Nüsse. Damit gibst du deinem Körper alle Nährstoffe die er braucht.

Es gibt viele Vitamine, die der Körper braucht um gesund zu sein: Vitamin A, verschiedene B-Vitamine, Vitamin C, D, E und K. Hier eine kurze Liste aller Vitamine und in welchen Lebensmitteln sie enthalten sind, von einer beliebten deutschen Ernährungs-Website. Alle Lebensmittel die für eine ketogene Diät geeignet sind, sind fett markiert:

  • Vitamin A: Eigelb, Leber, Vollmilch, Spinat, rote Paprika
  • Vitamin B1: Schweinefleisch, Erbsen, Vollkornprodukte
  • Vitamin B2: Milchprodukte, Käse, Fleisch, Fisch, Brokkoli
  • Vitamin B3 (Niacin): Leber, Fleisch, Ei, grünes Blattgemüse
  • Vitamin B5 (Pantothensäure): Leber, Sonnenblumenkerne, Pilze
  • Vitamin B6: Fleisch, Milch, Avocado, Banane, Kartoffeln, Walnüsse
  • Vitamin B7 (Biotin): Hefe, Leber, Eigelb, Linsen
  • Vitamin B9 (Folat): Orangen, Salat, Kohl, Spinat, Vollkornprodukte
  • Vitamin B12: Fleisch, Leber, Ei, Fisch, Milchprodukte
  • Vitamin C (Ascorbinsäure): Schwarze Johannisbeere, Sanddorn, Paprika, Grünkohl, Brokkoli, Zitrusfrüchte
  • Vitamin D: fette Fischsorten (Aal, Lachs)
  • Vitamin E: Nüsse, pflanzliche Öle, Butter, Ei
  • Vitamin K: Spinat, Kohl, grüner Salat, Brunnenkresse

Die siehst, die vitaminreichsten Lebensmittel sind: Eier, Fleisch, Fisch, Avocado, grünes Blattgemüse, Brokkoli und Milchprodukte. Und genau das sind unter anderem die besten ketogenen Lebensmittel. Wenn du gesund bist und deine Diät möglichst abwechslungsreich gestaltest, drohen dir von der ketogenen Ernährung keine Gefahren.

 

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